InfotafelKleiner Rundweg · Nº 2
Wurfschaufellader
Wie eine schwere Maschine die Arbeit im Stollen leichter machte.
Erzählt von Klaus Gülker

Die klassische schienengebundene Lademaschine für den Stollenvortrieb wurde erst Anfang der fünfziger Jahre in technisch ausgereifter und bergbau-robuster Form verfügbar. Das mechanisierte Laden, auch in kleinen Stollenprofilen, wurde in den Bergwerken des Schwarzwaldes so selbstverständlich, wie Grubenlokomotiven. Der Wurfschaufellader ist heute weitgehend durch gleislose, dieselbetriebene Fahr-schaufellader ersetzt.
Das gesprengte Haufwerk wird mit einer 0,1 bis 0,3 m³ fassenden Ladeschaufel aufgenommen und über Kopf (Überkopflader) in einen angehängten Förderwagen übergeben (siehe Zeichnung). Der Antrieb erfolgt durch Druckluft und die Bedienung mit den beiden Hebeln für Fahr- und Wurfmotor (Lamellenmotoren), das Drehen des Oberteils für seitliches Wegladen, geschieht von Hand.
Mit diesem Wurfschaufellader wurde wahrscheinlich, im letzten Betriebsjahr (1954) der Grube Schauinsland, im Tiefen-Stollen gearbeitet. Anschließend wurde diese Lademaschine in der Grube Gottesehre bei St. Blasien (Fluß- und Schwerspatwerke Pforzheim) eingesetzt.
Mit einem Aufwand von über 500 Arbeitsstunden wurde dieser Wurfschaufellader von der Forschergruppe Steiber im Jahr 1997 komplett restauriert und instandgesetzt (Maschine wieder voll funktionsfähig).
Diese Wurfschaufellader werden auch heute noch im Museums-Bergwerk Schauinsland von der Forschergruppe Steiber für bergmännische Arbeiten eingesetzt und bei den Führungen in Funktion vorgeführt.
Technische Daten
- Hersteller
- Atlas Copco / Schweden
- Typ
- LM 30 (kleinste Baugröße)
- Baujahr
- 1954
- Schaufelinhalt
- 0,12 m³ => 150 kg
- Fahrmotor
- 10 PS (7,5 kW)
- Wurfmotor
- 10 PS (7,5 kW)
- Luftverbrauch
- 6 000 l / Min. bei 6 bar Druck
- Netto-Ladeleistung
- 10m³ /h=>15 to./h
- Netto-Gewicht
- 1900 kg
- Spurweite
- 600 mm
Abbildungen
Quellen
- Forschergruppe Steiber
Bildnachweise
- Forschergruppe Steiber



