SoundscapeKleiner Rundweg · Nº 17
Wald, Kamelberg

6 Tonaufnahmen an diesem Ort · am schönsten mit Kopfhörern
Aufnahme 01 / 06
Wildschweine, Waldrand, Pfeiferberg

Die Soundscape eines Waldes im Wandel der Jahreszeiten
Die Soundscapes des Waldes werden in erster Linie bestimmt durch den Gesang der Vögel. Säugetiere rufen vergleichsweise selten und dann meist in der Dämmerung oder in der Nacht. Vokalisierende Heuschrecken und das Summen und Brummen anderer Insekten wird zum Sommer hin stärker, findet aber oft auch in Frequenzbereichen statt, die vom Mensch nicht mehr wahrgenommen werden. Insgesamt sind Insektengesänge aber auch typischer für Wiesenlandschaften. In feuchten Wäldern mit kleinen Tümpeln, Mooren und anderen Gewässern können sich auch Amphibien finden, deren Rufe und Gesänge zu Beginn des Frühjahres erschallen.
Dennoch sind es vor allem die Lebenszyklen der Vögel, die unsere akustische Wahrnehmung der Wälder im Wandel der Jahreszeiten prägen. Dabei klingt nicht jeder Wald gleich. Strukturreiche Wälder mit einem hohen Anteil an Altbäumen und Totholz sowie einem strukturreichen Unterwuchs bieten vielen verschiedenen Vogelarten einen Lebensraum. Dies wirkt sich auch auf die Vielfalt der Klanglandschaft aus.
Text: Dr. Sandra Müller
Aufnahme 02 / 06
Frühlingsgesang der Vögel am Morgen

Frühlingsmorgen, 07. April 2019, 06:20 Uhr. Fichtenwald mit Buchen am Wanderweg vom Herchersattel zur Pfisterhöhe. Zuhören sind die Gesänge von: Singdrossel, Amsel, Rotkehlchen, Schwarzspecht und Kolkrabe.
Text: Dr. Sandra Müller
Aufnahme 03 / 06
Waldkauz

Der Waldkauz braucht Altholzbestände und reich strukturierte Landschaften mit Hecken und Gebüschen. Er ist aber auch ein Kulturfolger und zieht von Wäldern gerne in städtische Parks und Friedhofsanlagen. Fichtenmonokulturen und flurbereinigte Landschaften sind für ihn wertlos. Sein Gesang zur Balz und Reviermarkierung ertönt vor allem im Herbst und Winter. Die Frühjahresbalz beginnt im Februar. Zum Zeitpunkt des Audiobeispiels im April dürften schon die Jungen im Nest sein. Die hier zu hörenden Rufe und Gesänge werden in dieser Kurzform von Männchen und Weibchen bei verschiedenen Anlässen ausgestoßen, etwa bei Begegnungen im Nest. Der Waldkauz ist standorttreu. Familienverbände bleiben mitunter lange Zeit in einem gemeinsamen Territorium.
Text: Dr. Sandra Müller
Aufnahme 04 / 06
Vogelrufe und Insekten im Spätsommer und Herbst

Zum Sommer hin verschwinden die Balzgesänge. Besonders die Zugvogelarten geben auch die Revierverteidigung auf, wodurch die Reviergesänge dieser Arten wegfallen. Es wird nun immer ruhiger im Wald. Einzelne Vogelrufe sind aber noch zu hören und auch das Summen der Insekten. Hier klopft ein Vogel leise auf einen Ast. Ein Specht auf Nahrungssuche?
Text: Dr. Sandra Müller
Aufnahme 05 / 06
Wald im Spätherbst, Blätter fallen vom Ahorn

Noch später im Herbst, wenn es zu kalt für die meisten Insekten wird, dominieren dann endgültig die Geräusche der unbelebten Natur, die sogenannte Geophonie, die Klangkulisse des Waldes.
Text: Dr. Sandra Müller
Aufnahme 06 / 06
Wald im Spätherbst, ein Trupp Schwanzmeisen

Einige Vögel erfreuen uns auch im Spätherbst und Winter, vom Rotkehlchen war schon die Rede. Hier ist es ein Trupp Schwanzmeisen, der durch die Büsche im Unterwuchs des Waldes zieht. Schwanzmeisen sind Standvögel, sie bleiben im Winter hier. Außerhalb der Brutzeit sind sie in Trupps unterwegs. Dabei stoßen sie diese lebendig klingenden Kontaktrufe aus.
Sie leben in Mischwäldern mit hohem Gebüschanteil und vielgestaltigen Waldrändern. Aber auch Feldgehölze, Parkanlagen und Gärten mit ausreichend Sträuchern und Gebüsch werden von Schwanzmeisen gern besiedelt. Sie mögen keine ausgeräumten, flurbereinigten Landschaften. Kleine Insekten, Knospen und Teile von Früchten sammeln sie oft kopfüberhängend von den Zweigspitzen. Der lange Schwanz dient dabei als Balancierstange.
Text: Dr. Sandra Müller
Quelle: Abbildung: Schwanzmeise (Aegithalos caudatus). Foto: David Friel. CC BY 2.0
Quellen
- Abbildung: Schwanzmeise (Aegithalos caudatus). Foto: David Friel. CC BY 2.0